Ortsentwicklung

Die Landflucht ist ein Deutschlandweites Problem, das in vielen Orten zu beobachten ist. Nur Gemeinden, die sich frühzeitig mit einem Ortsentwicklungsplan beschäftigt haben, konnten das verhindern. Nur Orte, die frühzeitig einen Masterplan zum Erhalt ihres Ortes aufgestellt hatten und diesen kontinuierlich über viele Jahre umgesetzt hatten, konnten sich ihre Infrastruktur erhalten.
Die Orte ohne Infrastrukturplan mussten erleben, wie ihre Einwohner abwanderten und damit auch ihre gesamte Infrastruktur zum Erliegen kam.

Diese Situation ist auch in der Gemeinde Groß Leuthen zu beobachten. Die vorhandene Infrastruktur bestand noch zu großen Teilen bis ins Jahr 2016 und ist dann wie ein Kartenhaus zusammengefallen. Hätte man hier die Problematik der Landflucht schon viele Jahre zuvor erkannt und einen Masterplan aufgestellt, hätte man mit großer Wahrscheinlichkeit die bis dahin bestehende Infrastruktur retten können oder noch wahrscheinlicher deutlich verbessern können.

Jeder Masterplan zur Ortsentwicklung beginnt immer mit den gleichen Fragen:

  • Auf welche Wirtschaftszweige soll sich der Ort konzentrieren?
  • Welche Zielgruppe möchte man als Einwohner anwerben?
  • Welche Infrastruktur wird dafür benötigt?
  • Welche Fläche soll in der Gemeinde wofür genutzt werden?

In der Regel wird der Gemeinden empfohlen, mehrere Wirtschaftszweige zu entwickeln. Sollte sich ein Wirtschaftszweig zunächst nicht entfalten, wird er von den anderen oft mitgetragen und entwickelt sich im Nachhinein oft von allein.

Die meisten Masterplänen empfehlen, ihren Fokus auf Familien mit Kindern zu setzen. Es wird geraten, neues Bauland kostengünstig für Familien zur Verfügung zu stellen. Familien mit Kindern kommen aber nur dann, wenn eine brauchbare soziale Versorgung vorliegt.

Diese ist in Groß Leuthen heute glücklicherweise noch zum Teil vorhanden. Neben einem Kindergarten bieten hier auch das Haus der Generationen und die ansässigen Vereine bereits die Grundlagen dieses sozialen Wirtschaftszweiges. Auch die Schule, die im wenigen Kilometer entfernten Ort Gröditsch liegt, vervollständigt diesen Wirtschaftskreis. Um Kinder ein ausgewogenes Angebot zu bieten, werden natürlich noch mehr Angebote benötigt.

Ein weiteres wichtiges Standbein als Wirtschaftszweig ist die Betreuung älterer Menschen. Dieses Problem besteht schon heute aufgrund des Alterdurschnitts in Groß Leuthen, beziehungsweise wird es in den nächsten Jahren zum grundlegenden Problem. Hier muss zwangsläufig ein Wirtschaftszweig zum Thema häusliche Betretung bis hin zur Altenpflege entwickelt werden. Aber auch für die fittere ältere Generation müssen Programme geboten in Form von Veranstaltungen angeboten werden.

Der Tourismus im Spreewald hat seit Jahren wachsende Übernachtungszahlen. Die Form von Erholungstourismus am äußersten Bereich des Berliner Speckgürtels kann für einen Ort wie Groß Leuthen eine große Bereicherung sein und die Ortsentwicklung vorantreiben. Touristen stärken immens den Einzelhandel und den Gastronomiebereich und beleben das gesamte Ortsbild.

Hinzu kommt, dass die Angebote der touristischen Betriebe, wie Schwimmmöglichkeiten, Wellness, Einkaufsmöglichkeiten, Kinderspielplatz oder Veranstaltungen auch für die Einwohner angeboten werden könnten.

Für all diese Zielgruppen ist die unberührte Natur, wie sie heute in Groß Leuthen besteht ein ganz wichtiges Kriterium. Die angesiedelten Familien, die älteren Einwohner oder die Urlauber entscheiden sich bewusst für einen Ort wie Groß Leuthen, weil sie sich auch nach Ruhe und Idylle sehnen.

Wenn der aufgestellte Masterplan greift, zieht er zahlreiche positive Nebeneffekte nach sich, sodass sich ein weiterer Wirtschaftszweig aufbauen wird, der den Einzelhandel, die Ärzteversorgung oder Handwerkdienstleistungen sichern wird. Ebenso würde sich automatisch der Nahverkehr verbessern. Verzichtet man jedoch darauf, Familien, ältere Menschen und den Tourismus zu fördern, werden sich die Dienstleistungszweige langfristig nicht halten können.

Oftmals reicht die Aufstellung eines Masterplans schon, damit Investoren im Dienstleistungszweig angelockt werden.

Aber wie kann so ein Masterplan konkret aussehen? Hier wäre eine gute Idee, neues Bauland zwischen dem schon bestehenden Ortskern und dem Bahnhofsbereich auszuschreiben. Damit hat man den Ort an sich vergrößert und die schon bestehenden Ortsteile zusammengeschlossen. Außerdem bietet die Nähe zum See und zu den bestehenden Geschäften eine erste wirtschaftliche Versorgung.

Unsere Bürgerinitiative spricht sich aus diesem Grund in der Politik dafür aus, endlich einen Masterplan für eine langfristige Ortentwicklung aufzustellen, damit sich der Ort Groß Leuthen zu einem lebendigen Ort entwickeln kann, der wieder eine Zukunft hat.